2.013
Ventilsteuerung
Die im Zylinderkopf hängenden
Ventile werden durch Stoßstangen betätigt. Der Antrieb
der Nockenwelle erfolgt durch eine Kette, die durch ein auf der
Kurbelwelle sitzendes Zahnrad angetrieben wird [Bild 9(17)]. Die
Nockenwelle ist in zwei Messingbuchsen gelagert und erhält
ihren axialen Anlauf durch eine in den Räderkastendecke!
eingepreßte Anlaufbuchse [Bild l0b(14)] sowie einen Bund
an der hinteren Lagerbüchse.
Die
Nockenwelle [Bild 13] trägt zwei Nocken, den Einlaßnocken
[Bild 13 (1)] und den Auslaßnocken [Bild 13 (2)]. Zwischen
beiden Nocken ist ein Drehschieber angeordnet, der im
Gehäuse die beim Abwärtsgehen des Kolbens verdichtete
Luft in bestimmter Stellung nach dem Zylinderkopf entweichen läßt
[Bild 13 (3)]. Die außerdem auf die Welle gefräste
Schnecke dient zum Antrieb der Ölpumpe. Auf dem vorderen
Teil der Nockenwelle ist der Unterbrechernocken
angeschliffen [Bild 13 (4)]. Im Bild 10b (15) ist zu erkennen,
daß der zylindrische Teil vor dem Kettenrad als Sitz für
den Dichtring im Räderkastendeckel dient.
|
|
Die Hubbewegung der Nocken
wird über Hartgußstößel auf die Stoßstangen
übertragen. Die Stößel [Bild l0b (16)] laufen in
Messingbuchsen, die in das Motorgehäuse eingepreßt
sind. Die Stoßstangen sind aus Duralrohren hergestellt
und an beiden Enden mit Druckstücken versehen. Das
Druckstück der Stößelseite ist aus Federstahl
hergestellt und hat Kugelform, während die Kipphebelseite
als Kugelpfanne ausgebildet ist und aus Einsatzstahl besteht. Die
Verwendung von Dural für die Stoßstangen hat den
Vorteil, daß entsprechend dem größeren
Ausdehnungskoeffizienten gegenüber Stahl die Dehnung des
viel wärmeren Zylinders und Zylinderkopfs ausgeglichen wird
[Bild l0b (17)]. In der Kugelpfanne der Stoßstange sitzt
die Druckschraube des Kipphebels [Bild l0b (18)]. Sie ist ein aus
härtbarem Stahl gefertigter Gewindeholzen mit
angedrehtem Kugelkopf. Das vorgesehene Sechskant ermöglicht
die Einstellung der Druckschraube im Kipphebel; durch eine
Sechskant-Gegenmutter erfolgt ihre Sicherung [Bild l0b
(19)].
|

Bild 13
Nockenwelle
|
|
Um die großen
Kippmomente aufnehmen zu können, sind die Kipphebel der
Ventilseite in langen Messingbuchsen gelagert, die dem
Ventiltrieb eine lange Lebensdauer verleihen [Bild lob (20)]. Der
aus Stahl geschmiedete Kipphebel trägt auf seiner Welle eine
Kerbverzahnung mit Gewindezapfen. Auf diese wird der Kipphebel
der Stoßstangenseite [Bild l0b (21)] aufgepreßt und
mit einer Mutter festgezogen [Bild l0b (22)]. Auf der Ventilseite
ist zwischen Kipphebel und seiner Lagerung im Zylinderkopf eine
aus Flachstahl gewickelte, zeitweise auch aus Rundstahl
gefertigte Spiralfeder gelegt [Bild 10b (23)], die die Aufgabe
hat, den Kipphebeln das Axialspiel zu nehmen. Im Bild 9 sind der
Einbau der Ventile mit Federn und die Funktion des Kipphebels
erkennbar.
Die Ventile sind aus
hochwertigem, warmfestem Stahl geschmiedet und am oberen
Schaftende mit einer Eindrehung versehen, in die ein
Keilkegelpaar gelegt wird [Bild 9 (18)], das den oberen
Ventilfederteller und damit die Ventilfedern in einer fest
distanzierten Einbaustellung zum Ventilteller hält. Die
Ventilfedern, je zwei ineinander gelegte Schraubenfedern, werden
unten ebenfalls in einem Federteller gehalten, der sich im
Zylinderkopf abstützt [Bild 9 (19)]. Ein unter dem
Federteller befindlicher Sicherungsring, der in einer Eindrehung
der Ventilführungsbuchse sitzt, dient beim Einpressen der
selben in den Zylinderkopf als Anschlag. Im Betrieb sichert
dieser Ring die Führungsbuchse gegen Wandern[Bild 9 (20)].
Das Ventilspiel soll bei
kaltem Motor 0,01 . . . 0,03 mm betragen. Gefühlsmäßig
werden die Stoßstangen so eingestellt, daß sie sich,
ohne die Feder zu spannen, leicht drehen lassen.
Das Kettenrad auf der
Kurbelwelle für den Nockenwellenantrieb wurde in zwei
Ausführungen verwendet. Ältere Ausführung mit
Stirnverzahnung bei entsprechend ausgebildetem vorderen
Kurbelwellenzapfen, neuere Ausführung mit zylindrischer
Bohrung und Keilbefestigung. Das Kettenrad wird in beiden Fällen
mit einem Bolzen an der Kurbelwelle befestigt, der einen
Sechskantbund trägt [Bild 9 (21)]. Während die neuere
Ausführung dem Steuerungsantrieb eine feste Einstellung
gibt, konnte bei der alten Ausführung durch jeweiliges
Versetzen der Stirnverzahnung die Steuerung verstellt werden. Die
Rollenkette, die die Nockenwelle antreibt, hat die Abmessung
3/8x5/16 ".
|