30mm Vergaser Aluguss

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nafets
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30mm Vergaser Aluguss

Beitrag von nafets » 13. Oktober 2019, 19:52

Hallo liebe Forumsmitglieder,

seit geraumer Zeit beschäftigt mich immer mal wieder der Gedanke an einen größeren Vergaser.
Mehrleistung ist die Motivation, daß diese nicht von allen geteilt wird ist klar, sonst wärs auch langweilig, wenn alle das gleiche Ziel hätten.

Folgende Anforderungen sollte der Vergaser erfüllen:
Aussendurchmesser des Venturigehäuses so, daß innen 30mm erreichbar sind, also 5mm größerer Durchmesser.
Wandstärke so groß, daß auch kleinere Durchmesser durch weniger ausdrehen herstellbar sind.
Schiebergehäuse ebenfalls 5mm mehr Durchmesser und 5mm länger für mehr Hub des Schiebers.
Position der Düsen bleibt gleich, um das Schwimmerghäuse und den Düsenstock weiterverwenden zu können. Damit sitzen die Düsen dann aber außermittig.
Trennwand im Ansaug somit ebenfalls außermittig. Würde ich montierbar machen, wie beim SUM, damit entfällt das Problem mit der geringen Wandstärke.
Im Bereich der Düsen das Gehäuse um 10mm nach unten erweitern, damit die Düsen nicht mehr so hoch im Luftstrom stehen. Funktioniert nachweislich.
Eventuell mit dem Kanal für die Startvorrichtung, damit auch für ältere Baujahre interessant.

Das sind so grob die wichtigsten Gedanken, wie der Vergaser aussehen sollte, also möglichst original, nur eben mit größerem Durchlass.

Hab mich daher theoretisch mit den verschiedenen Gußverfahren befaßt. Es kommt mit vertretbarem Aufwand eigentlich nur Sandguß und wahrscheinlich mit Ölsand in Frage. Habe aber selbst keine praktischen Erfahrungen damit und werd jetzt auch nicht gleich einen Aluschmelzofen und Sandkästen bauen. Anleitungen hierzu gibt es im Netz und wäre sicher auch machbar.

Doch erst mal braucht es jemanden, der zuverlässig sagen kann, ob sich ein Teil wie dieser Vergaser im Sandgußverfahren tatsächlich herstellen läßt oder ob zwingend eine Kokille für Druckguß erforderlich ist. Ich hab da etwas Hoffnung, da die Wandstärke zunächst bei etwa 5mm liegen wird und erst dann je nach gwünschtem Durchlaß auf bis zu 2mm ausgedreht werden wird.

Was ich mir zutraue, das wäre das entsprechende Gießereimodell aus Holz mit entsprechend sauberer Oberfläche sowie die Form für die Kernherstellung anzufertigen. Nicht auf die Schnelle, aber machbar.

Schön wäre, das mit Forumsmitgliedern zusammen zu machen, welche mit dem Giessen defintiv Erfahrung haben, idealerweise die erforderlichen Vorrichtungen besitzen und diesen Teil übernehmen wollen.

Bin auf Euere Antworten gespannt.

Gruß
Stefan

PS: Finanzielle Interessen verfolge ich keine.

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RobertD
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Re: 30mm Vergaser Aluguss

Beitrag von RobertD » 13. Oktober 2019, 20:52

An sich alles keine schlechte Idee und sicherlich auch alles machbar und ich wäre vermutlich der letzte, der da nein sagt (abgesehen der nicht vorhandenen Erfahrung im Guss). Mal von der Machbarkeit abgesehen stellt sich mir die Frage der Fahrbarkeit. Fakt ist, mit dem vorhandenen Düsenstock kann man den Lufkanal nicht unendlich größer machen im Durchmesser. Ein Venturi mit 5mm mehr Durchmesser ist aus der originalen Form des Vergasers wegen dem Leerlauf-Bypass nicht drin, weil man die Wandung des Kanals durchbricht. Darum möchtest du das ganze exzentrisch ausführen und 5mm in Richtung Schieber bauen. Und da genau liegen meine Bedenken. Du hast im Original einen Strömungsteiler mittig im Saugrohr mit den entsprechenden Düsen mittig der Teilung sitzen, du willst das Zentrum 5mm verschieben und kannst die Position des Strömungsteilers nicht verändern. Würdest du den Strömungsteiler wieder genau auf Mitte haben wollen, so würde dieser genau vor der Hauptdüse stehen. Belässt du den Teiler zwischen Übergangs- und Hauptdüse, so hättest du eine ungleiche Luftmassenverteilung über den Düsen. Das bedeutet eine deutlich größere Hauptdüse bei Volllast. Hätte man den Teiler weiterhin in der Mitte, so müssten Übergangs- und Hauptdüse größer werden.

Also angenommen man hält das Gas auf 50%, das wäre eindeutig der Abschnitt der Übergangsdüse. Die Maschine fährt bis zu diesem Punkt genau wie vorher, da sich dieser Bereich durch das größere Venturi kaum verändert. Das Problem wird genau dann losgehen, wenn der Gasschieber so viel Querschnitt freigibt, dass die Hauptdüse in Erscheinung tritt. Durch die größere Hauptdüse würde die Maschine in der oberen Teillast zu fett laufen, so meine Überlegung, ich bin kein Strömungstechniker. Ich bin nur von der späteren Fahrbarkeit nicht ganz überzeugt. Vielleicht funktioniert es auch, dazu müsste man eben einen Prototypen herstellen und testen. Vermutlich hat die Position des Strömungsteilers auch keinen größeren Einfluss auf das Verhalten des Vergasers, da dieser von Haus aus sich meiner Bedenken entsprechend verhalten sollte.

Erfolgte Fahrversuche hier im Forum haben gezeigt, dass man mit der Übergangsdüse allein schon auf gut 80km/h kommt und die Hauptdüse mit der zusätzlichen Luftmasse des Rest erledigt. Die Frage wäre also, was willst du damit genau erreichen? Höhere Endleistung oder eine gut fahr- und nutzbare Gesamtleistung. Ersteres wäre das jetzige Resultat, das andere wäre mit einem mittigen Strömungsteiler vermutlich der Fall, da man mit weniger Drehung am Griff mehr Leistung freigibt.

Das Nächste ist, dass der Luftkanal am Zylinderkopf "nur" einen Durchmesser von 30mm hat. Wenn du schon ein Venturi von 30mm haben möchtest, dann wird das nicht mehr funktionieren und der Luftkanal müsste geweitet werden. Also müsste man zu jedem vergebenen Vergaser auch eine Kopfbearbeitung verklingeln

Was ich dir für das Projekt anbieten kann wäre 3D-Modellierung und eine kleine CNC-Fräse. :prost:

PS: An dem Distanzstück zwischen Schiebergehäuse und Düsenstock habe ich auch schon gefeilt. Da man dafür aber auch eine entsprechend längere Standgasdüse brauch bin ich davon erstmal ab...
Gruß Robert

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Re: 30mm Vergaser Aluguss

Beitrag von nafets » 14. Oktober 2019, 07:07

ja, die Idee wäre so, wie Robert geschrieben hat:

Bild

Gruß
Stefan

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Re: 30mm Vergaser Aluguss

Beitrag von trybear » 14. Oktober 2019, 14:57

Moin,
Ich verstehe mal wieder nicht, warum ihr das Rad neu erfinden wollt... Basteln ist ja schön, aber warum Sachen herstellen wollen, die es fertig zu kaufen gibt.

https://www.ebay.de/itm/Universal-Verga ... %7Ciid%3A1
Machen ist wie Wollen, nur heftiger.. ;-)

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Re: 30mm Vergaser Aluguss

Beitrag von RobertD » 14. Oktober 2019, 17:27

trybear hat geschrieben:
14. Oktober 2019, 14:57
Moin,
Ich verstehe mal wieder nicht, warum ihr das Rad neu erfinden wollt... Basteln ist ja schön, aber warum Sachen herstellen wollen, die es fertig zu kaufen gibt.

https://www.ebay.de/itm/Universal-Verga ... %7Ciid%3A1
Dann viel Erfolg beim einbauen...musst eben nur den Tank weglassen. :wirr:

Ein neues Rad soll nicht entstehen, da ließ nochmal genauer :mrgreen:
Das größte Problem der R35 ist in dem Fall, dass man keinen Platz für einen senkrechten Schieber und unten liegender Schwimmerkammer hat, ohne jetzt am Tank zu fummeln oder einen Ansaugkrümmer zu bauen. Da hat Gobi schon seine Erfahrungen gesammelt und mitgeteilt.
Gruß Robert

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Re: 30mm Vergaser Aluguss

Beitrag von nafets » 14. Oktober 2019, 20:48

Also das Ziel wäre schon einen Vergaser zu gießen, welcher dem Prinzip zu 100% und der äußeren Form des Originalen so weit wie möglich entspricht. Natürlich könnte man auch einen modernen Vergaser dranbauen (aber dann nähme ich mit Sicherheit keinen chinesisischen, auch wenn die rosa Schläuche schon sehr verlockend aussehen :lol: ), aber das ist nicht meine Absicht. Im Prinzip so, wie es Gobi mit der Bremsankerplatte gelungen ist. Bessere Leistung bei gleicher (guter) Optik.
Wie Robert schon geschrieben hat:
Der Einlaßkanal muß mit größerem Vergaserquerschnitt dann auch größer werden. Er darf sich aber zum Ventil hin kontinuierlich verjüngen, damit steigt dort die Strömungsgeschwindigkeit an, was einer guten Füllung dienlich ist. Ob der Vergaser strömungstechnisch noch gut fahrbar wäre kann ich nicht schätzen. Meine Änderungen, die ich am Schieber meines derzeitigen Vergasers vorgenommen habe, mit einer konkaven Ausrundung an der Unterseite um die Verwirbelungen bei voll geöffnetem Schieber zu reduzieren, sowie das Versetzen des Düsenstocks mittels Distanzstück um 10mm nach unten und auch der offene Ansaugtrichter haben die Fahrbarkeit, Gasannahme, Übergang vom Ziehen ins Schieben usw. in keiner Weise verschlechtert. Auch die, wegen des Distanzstückes um 10 mm länger ausgeführte Leerlaufdüse läßt weiterhin ein schönes niedriges Standgas zu.
Da scheint der Vergaser also recht tolerant zu sein.
Der Steg zwischen den Düsen hat meines Erachtens die Aufgabe, dafür zu sorgen, daß bei halb oder weniger geöffnetem Schieber, die angesaugte Luft auschließlich über die Übergangsdüse strömt und kein Kraftstoff von der Hauptdüse mitgerissen wird um nicht zu überfetten. Erst wenn der Schieber etwas weiter aufgezogen wird, dann strömt links des Stegs zusätzliche Luft über die Hauptdüse und nimmt dort Kraftstoff mit. Warscheinlich mit höherer Geschwindigkeit und damit mit mehr Krafstoffanteil als bei voll geöffnetem Schieber. Da dürfte das Luft/Kraftstoffverhältnis je nach Schieberstellung doch recht schwanken. (Und läuft trotzdem !)
Das ist bei Vergasern mit senkrechtem Schieber, einer Düse und einer Nadel, die mit zunehmend geöffnetem Schieber aufgrund der sich kontinuierlich verjüngenden Nadel entsprechend gleichmäßig immer mehr Austrittsquerschnitt für den Kraftstoff freigibt, sicher besser gelöst.
Daher denke ich, daß es gar nicht so sehr drauf ankommt, daß der Trennsteg und beide Düsen symmetrisch zur Mitte des Venturis sitzen. Wenn die Symmetrie so wichtig wäre, dann müßten doch Übergangsdüse und Hauptdüse auch gleich groß sein, weil über beide bei Vollgas gleich viel Luft strömt.
Aber grau ist alle Theorie.

Gruß
Stefan
Zuletzt geändert von nafets am 15. Oktober 2019, 06:19, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: 30mm Vergaser Aluguss

Beitrag von madfrog » 15. Oktober 2019, 02:51

Mhm .
Gibt es den Izzy noch ?
Gruß Alf

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Re: 30mm Vergaser Aluguss

Beitrag von hajo48 » 15. Oktober 2019, 12:36

Robert hast ne PN von mir.
hajo

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Re: 30mm Vergaser Aluguss

Beitrag von trybear » 16. Oktober 2019, 15:55

RobertD hat geschrieben:
14. Oktober 2019, 17:27
trybear hat geschrieben:
14. Oktober 2019, 14:57
Moin,
Ich verstehe mal wieder nicht, warum ihr das Rad neu erfinden wollt... Basteln ist ja schön, aber warum Sachen herstellen wollen, die es fertig zu kaufen gibt.

https://www.ebay.de/itm/Universal-Verga ... %7Ciid%3A1
Dann viel Erfolg beim einbauen...musst eben nur den Tank weglassen. :wirr:

Ein neues Rad soll nicht entstehen, da ließ nochmal genauer :mrgreen:
Das größte Problem der R35 ist in dem Fall, dass man keinen Platz für einen senkrechten Schieber und unten liegender Schwimmerkammer hat, ohne jetzt am Tank zu fummeln oder einen Ansaugkrümmer zu bauen. Da hat Gobi schon seine Erfahrungen gesammelt und mitgeteilt.
Na gut, das mit dem Tank und dem waagerechten Schieber ist schon ein Argument... ich werde mitlesen :roll: ;-)
Gruß
Machen ist wie Wollen, nur heftiger.. ;-)

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Re: 30mm Vergaser Aluguss

Beitrag von oldiMike » 17. Oktober 2019, 05:28

:prost:

Ich auch. Gobi hat doch mal Giesen lassen. Vielleicht kann er ja ne kleinserie auflegen lassen?
auf der suche nach Original Kolben für Die EMW Ø > 72mm auch gebraucht.

Motorräder werden"Angetreten"und nicht gedrückt!

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Re: 30mm Vergaser Aluguss

Beitrag von LOTTI » 18. Oktober 2019, 15:54

Moin reicht es nicht aus, ab Düsenstock bis Zylinder den Vergaser und den Einlasskanal zu vergrößern um den gleichen Effekt zu erzielen ?
Hauptsache die Fahrbereitschaft ist hergestellt

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Re: 30mm Vergaser Aluguss

Beitrag von RobertD » 18. Oktober 2019, 17:50

Nein, weil du dann in den Kanal vom Standgas landest und das Venturi nicht mehr existiert.

Und den Kanal im Kopf kann man auch nicht beliebig größer machen, da sich das Verhältnis von Frischgasmenge zu Abgasmenge ändern, man schießt dann Frischgas beim Spülen vom Zylinder mit zum Auspuff raus.

Letzten Ende limitiert das Ventil die Frischluftmenge....
Gruß Robert

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Re: 30mm Vergaser Aluguss

Beitrag von LOTTI » 18. Oktober 2019, 18:36

Ja aber wozu wollen die Jungs, einen größeren Vergaser gießen wenn das mit den Abgasen gar nicht geht ?
Hauptsache die Fahrbereitschaft ist hergestellt

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Re: 30mm Vergaser Aluguss

Beitrag von RobertD » 18. Oktober 2019, 21:54

Ich würde einfach nicht so groß denken... Das Venturi ist 25mm mit einem Ausgangsdurchmesser zum Kopf mit 28mm. Der Kopf hat einen Kanal mit Einlassdurchmesser von 30mm. Ich würde einfach auf den Kopf anpassen, sprich den Ausgang am Vergaser auf 30mm ausdrehen und in dem Zuge dann das Venturi auf 27mm. Das sollte sogar mit der originalen Geometrie noch drin sein. Den Strömungsteiler raus trennen und den Eingang am Vergaser mit vergrößern und einen demontierbaren Strömungsteiler einsetzen.

Für noch größere Durchmesser müsste der Kopf mit angepasst werden. Ich habe meinen einen Kopf überholt und zumindest den Auslasskanal glatt geschliffen und einmal grob drüber poliert. Einfach nur, damit sich weniger verkokungen ablagern können. Den Einlass habe ich wegen der Durchmischung von Benzin und Luft so gelassen, wie er vom Werk kommt. Einlassseitig sollte man nichts Polieren, schimpft sich hydraulische Rauheit.

Für den Einlasskanal habe ich einen Isolierflansch hergestellt, der über einen Konus die Stufe vom Vergaser ausgleicht.
Da könnte ich bei Interesse noch welche von machen fürs Forum.
Gruß Robert

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Re: 30mm Vergaser Aluguss

Beitrag von nafets » 19. Oktober 2019, 14:45

Den Vergaserausgang zum Kopf hin hab ich schon vor längerer Zeit auf 30mm ausgedreht. Das Venturi von 25 auf 27mm ausdrehen trau ich mich nicht, da bleibt dann nur noch 1mm Materialstärke, eventuell sogar weniger, wenn das Ausdrehen nicht absolut zentrisch im Guss gelingt. Und es gibt schon gebrochene Vergaser, ohne daß ausgedreht wurde. Am Eingang die Trennwand rausmachen und auch größer ausdrehen, geht nicht gut, weil man dann gleich den Leerlaufluftkanal anschneidet. Da ragt schon jetzt die Wand des Leerlaufluftkanals etwas in den Ansaug, das könnt man aber, wenn es beim ausdrehen angeschnitten wird, mit einem eingesetzten Aluröhrchen wieder beheben.
Also aus dem bestehenden Vergaser noch viel Querschnitt rauszuholen wird nicht leicht, vielleicht im Durchmesser von 25mm um 1mm auf 26mm, was dann in der Querschnittsfläche (gerechnet ohne Düsen und Trennsteg) einer Vergrößerung von 491mm² auf 531mm² entspricht, das wären dann etwa 8%

Mit größerem Vergaser und 30mm Venturi käme man schon auf 707mm² Querschnittsfläche entsprechend einem Gewinn von 44% !

Bei 30mm Venturi sollte der Vergaser dann zum Kopf hin so 33mm haben. Auf das hin wäre dann der Einlaßkanal anzupassen, natürlich möglichst kontinuierlich bis hin zum Ventil. Die Sorge, daß der Motor mit der erhöhten Frischgasmenge bei unverändertem Auslaß ein Problem hätte, teile ich nicht.
Ist heute schon so, daß sich das Frischgas bei der Verbrennung gewaltig ausdehnt. Darauf beruht ja das ganze Prinzip des Verbrennungsmotors. Und das ausgedehnte Gas geht ja auch klaglos durch das genauso kleine Auslassventil.
Die meisten Motoren haben zudem beim Einlaß gar ein größeres Ventil als beim Auslaß. Das Problem ist immer für guten Füllgrad möglichst viel Frischgas reinzubekommen, raus gehts dann schon.

Gruß
Stefan

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