Buchse Pleuel oben°

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Tosch
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Buchse Pleuel oben°

Beitrag von Tosch » 18. März 2007, 20:59

Hallo,

ich möchte meinen Zylinder ausschleifen lassen und einen neuen Kolben einbauen. Bei der Demontage des alten Kolbens ist mir aufgefallen, daß die Buchse oben im Pleuelauge verdreht sitzt, d.h. die Öllöcher in der Buchse stimmen nicht mit denen im Pleuel überein. Ich denke nicht, daß das gut ist... Macht es Sinn, die Buchse zu tauschen? (MUSS ich vielleicht sogar tauschen, wenn ich einen neuen Kolben mit neuem Bolzen einbaue?). Wie wird verhindert, daß sich die neue Buchse im Pleuelauge erneut dreht? Gibt es welche mit Übermaß außen?

Danke und Gruß
Tosch

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emw-ute
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Beitrag von emw-ute » 19. März 2007, 08:15

Auf keinen Fall darf die Buchse sich verdrehen. Die Öllöcher müssen übereinstimmen, ansonsten frisst der Kolbenbolzen irgendwann wegen Schmierstoffmangel. Die vorhandene Buchse musst Du also ersetzen (besser: ersetzen lassen). Die Zylinderschleiferei weiß auch, mit welchem Übermaß diese eingesetzt werden muss. Die Buchsen gibt's zwar auch zu kaufen, ich halte es jedoch für besser, wenn Du's machen lässt.

k.
2 Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir allerdings noch nicht sicher (Einstein).

Es gruessen emw-ute & klaus & die 55er emw.

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Beitrag von Killerniete » 19. März 2007, 15:19

Das die Buchse verdreht ist deutet darauf hin das entweder die Passung Büchse-Pleul nicht i.O. war oder der Kolbenbolzen zu stramm gesessen hat und dann gefressen ist und dabei die Büchse verdreht hat, zu erkennen an blau verfärbtem Kolbenbolzen.
Ersetzt werden sollte er auf alle Fälle. :cry: :cry: :cry:
Der Wechsel ist kein Hexenwerk , mit einer Ausdrückvorrichtung.
Einfach passende Nüsse und Gewindestange, Kleinere Nuss zum Drücken , größere Nuss wo die Büchse reinwandert- Durchmesser beachten. :mrgreen: :mrgreen:
Anhand der ausgepressten Büchse kann ein Dreher - besser Motorenspezi eine Übermaßbüchse anfertigen.
Spezi deshalb da das Material aus gealterter Bronze besteht, was nicht jeder weis.
Das anschließende Nachreiben mit einer verstellbaren Reibahle ist schon schwieriger, und sollte beim ersten Mal unter fachkundiger Anleitung erfolgen, sonst ist schnell Murks gemacht.
:sad: :sad: :sad: :sad: :sad:
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"Muskauer Heide"

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Beitrag von Tosch » 19. März 2007, 20:51

Vielen Dank für die Antworten.

Der Bolzen saß in der Buchse 1A, ging leicht raus, nachdem ich den Kolben etwas erwärmt hatte. Sieht auch noch aus wie neu, keine Verfärbung und keine Freßspuren in der Büchse. Wie schon gesagt liegt es wohl daran, daß die Buchse nicht zum Pleuelauge passt. Ich habe nochmal probiert, sie lässt sich mit den Fingern ein Stück im Auge drehen!! :roll: .
Ich folge euren Rat, stelle der Motorbude den Klotz auf den Tresen und lasse eine neue Buchse einziehen. Hoffentlich macht mich der gute Mann nicht arm dabei ...

Gruß
Tosch

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Beitrag von Killerniete » 7. Oktober 2007, 23:16

So jetzt hat´s mich auch erwischt.
Wollt eigentlich nur die Fußdichtung wechseln, da diese immer etwas geschwitzt hat.
Na gut wenn nun schon der Zyl. runter ist kann man ja mal mit der Taschenlampe rumfunzeln und was sehe ich - verdrehte Pleulbüchse. :mecker: :mecker: :mecker: :mecker: :mecker:
Hmm also Kolben runter und dann - Büchse lässt sich mit dem Finger rausschieben - so ein Mist. Die Farbe deutet auch eher auf Messing als auf Bronze. :evil:
Bin jetzt auf der Suche nach ner Übermaßbuchse, welcher Anbieter hat da Ordentliches im Angebot :?: :?: :?:
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Beitrag von Tosch » 8. Oktober 2007, 19:58

Beileid...
Meine Buchse habe ich in der Motorbude machen lassen. War kein Thema.

Gruß
Tosch

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Beitrag von Killerniete » 14. Oktober 2007, 23:41

Hab mir nen Stück Bronze besorgt und selbst gedreht, nachdem ich bei EKM angerufen hab.
Der Herr am andereen Ende tat ja so als wenn das mit dem Wechsel der grösste Pfusch wär, da müsste das Pleul raus und die Bohrung überarbeitet werden. :roll: :roll: :roll:
Na ja ich denk mal man kann´s auch übertreiben.
Hab auch schon auf´m Markt mal über seine Arbeit gesprochen, nun ja wenn die Wellen wirklich so hochpräzies gerichtet werden wie er´s beschreibt dann sollten die ja 100.000 halten. :mrgreen: :mrgreen:
Nach dem drehen dann in 150° C heissem Öl gealtert - hat Ute hier mal so beschrieben.
Das sollte jetzt wieder funktionieren auch ohne komplette Motor -GR.
:banane: :banane: :banane: :banane: :banane: :banane:
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Beitrag von Takin Treiber » 15. Oktober 2007, 15:05

Killerniete hat geschrieben: Der Herr am andereen Ende tat ja so als wenn das mit dem Wechsel der grösste Pfusch wär, da müsste das Pleul raus und die Bohrung überarbeitet werden. :roll: :roll: :roll:
mag sein, aber die bohrungen in den kurbelwangen werden auch nicht besser, wenn ständig hin und her gepreßt wird.
du machst das schon richtig, nur reiben muß man können, ist nicht einfach. gute fahrt!

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Beitrag von Bärchen » 15. Oktober 2007, 18:22

Der Herr am andern Ende hat mit Sicherheit Recht. Mit einer Hand und ohne im ausgebauten Zustand ist das ein erhebliches Risiko. Gerade Lagerbronze läßt sich per Hand schlecht reiben. Da mußt Du eine ordentliche Preßpassung hinlegen, damit sich beim ausreiben die Buchse nicht mitdreht. Selber schon die Erfahrung machen dürfen. Wenn Du keine 100.000 km damit fahren willst dann sollte Messing doch reichen. Läßt sich gut bearbeiten und bei 14PS ausreichen. Ob Du alles richtig gemacht hast verrät Dir dann Dein Kolben.
Gruß Bärchen

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Messing taugt dazu nicht!

Beitrag von Erwin » 17. Oktober 2007, 19:52

Bloß kein Messing verwenden, da gibts null Notlaufeigenschaften! Ich arbeite mit Lagerbronze und 3 bis 4 Hundertstel Pressmaß im Pleuelauge. Auf der Drehmaschine arbeite ich das Innenmaß soweit mit der Reibahle vor, dass der Kolbenbolzen schon saugend passt. Nach dem Einpressen ins Pleuelauge reduziert sich das Innenmaß noch minimal. Das anschleißende Aufreiben auf das Passmaß kann bei sorgfältigem Arbeiten von Hand erfolgen. Einen störenden Winkelfehler muss man nicht befürchten, da nur noch ein Hauch an Material abgetragen wird. Im Übrigen sprechen wir hier ja nun mal auch über einzylindrige Vorkriegskonstruktionen, die keine 10.000 Toren drehen...!

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Beitrag von Bärchen » 17. Oktober 2007, 20:42

Klingt vielversprechend. Für was soll den die Notlaufeigenschaften sein (fahren ohne Öl). Orginal war doch auch eine Messingbuchse drin. Muß man jetzt mit Kanonen auf Spatzen schießen oder ist dies dem technischen Fortschritt geschuldet?

Gruß Bärchen

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Beitrag von Takin Treiber » 18. Oktober 2007, 06:58

die übergänge von messing zu bronze sind fließend. ein stück alter gardinestange würde ich nicht so gerne in die drehbank spannen.

m.e. wird das spezialzeugs für kolbenbolzen bei meinem metall-grossisten in berlin (gemmel) als sondermessing bezeichnet. da fehlt mir aber genaueres wissen, hab immer wiederlich zähe bleibronze genommen... :|

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Beitrag von Killerniete » 18. Oktober 2007, 12:48

Das da orginal Messing verwendet wird stimmt so nicht, das steht nur so in der BA genau wie bei den Kipphebelbuchsen da ist auch Rotguss drinn .
Hab die Buchse übrigens auch mit 5/100 stel Übermass aussen fertiggedreht. Innen ebenfalls so weit das der Kolbenbolzen leicht drehte.
Nach dem Einpressen setzte der Kolbenbolzen dann schon leicht an, da war nur leicht zu reiben. Das geht natürlich nicht so schön wie an der ausgebauten Welle.
Zu den Notlaufeigenschaften: Die sind immer dann gefordert wenn der Motor gestartet wird da sich erst im Betrieb der Schmierkeil zwischen den Bauteilen aufbaut und diese dann trennt (hydrodynamische Reibung).
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Beitrag von Erwin » 18. Oktober 2007, 19:44

Messing ist definitiv nicht als Lagermaterial geeignet. Lagerbronze würde ich auch nicht unbedingt als Kanone bezeichnen, in heutigen Motoren kommen ganz andere Materialien zum Einsatz. Bitte nach dem Einpressen (welches ich im Übrigen nur bei erwärmtem Pleuelauge u. tiefgekühlter Lagerbuchse machen würde) die Ölbohrung(en) nicht vergessen. Sonst verreckt das Lager nach kürzester Zeit.

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Beitrag von emw-ute » 20. Oktober 2007, 19:00

Killerniete hat geschrieben: Hab die Buchse übrigens auch mit 5/100 stel Übermass aussen fertiggedreht. Innen ebenfalls so weit das der Kolbenbolzen leicht drehte.
Nach dem Einpressen setzte der Kolbenbolzen dann schon leicht an, da war nur leicht zu reiben. Das geht natürlich nicht so schön wie an der ausgebauten Welle.
Aus der Praxis, für die Praxis: genau so sollte es sein, Killerniete. Ich denke, das wird funktionieren, egal, was in schlauen Anleitungen steht :P . Die emw ist keine Hochleistungsrennmaschine :mrgreen:

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