Abgerissenes Ventil°

_________________________
stefan

Abgerissenes Ventil°

Beitrag von stefan » 28. Juli 2008, 07:55

Ich hatte am Samstag die Ehre mein Dreirad bei 28° heimzuschieben. Auslaßventil abgerissen!!! :cry:

Bilanz:
- der neue Kolben (254 km gelaufen) - voll im Arsch
- Zylinderkopf sieht aus wie mit Kieselsteinen sandgestrahlt.

Wenn ich Glück habe, hat die Kurbelwelle überlebt.

Gruss an alle

Benutzeravatar
bergth
Aktivist
Aktivist
Beiträge: 385
Registriert: 17. Mai 2006, 12:05
Wohnort: naehe Augsburg

Beitrag von bergth » 28. Juli 2008, 08:04

ursache?

schliessen des ventils?
materialfehler?

...
...unterwegs im Namen des Herrn!

stefan

Ventil

Beitrag von stefan » 28. Juli 2008, 08:07

Ich vermute einen Haarriß, da war so ein kleiner brauner Punkt zu sehen - eventl. ein Rostfleck....

Erwin
Schrauber
Schrauber
Beiträge: 156
Registriert: 18. September 2006, 20:46

Bekannte Krankheit?

Beitrag von Erwin » 28. Juli 2008, 19:01

Ist das nicht ´ne bekannte R35 Krankheit?

Ist mir mit meiner in knapp 30.000 km drei mal passiert :cry:
Spiel und Schmierung waren immer in Ordnung!

Ich habe den Verdacht, dass die Dinger einfach nicht für mehr als dauerfünfundachtzig Sachen gemacht sind.

Wie sind Eure Erfahrungen?

Benutzeravatar
Schmoll-Troll
Co- Admin
Co- Admin
Beiträge: 163
Registriert: 7. Juni 2004, 20:34
Wohnort: Karlsruhe

Beitrag von Schmoll-Troll » 29. Juli 2008, 07:00

Das klingt ja überhaupt nicht schön :evil:

Hatte das Problem bis jetzt noch nicht (bin auch noch keine 30.000 km gefahren).

Habe aber einen Bleifrei-umgebauten Kopf drin (mal bei Ebay geschossen für relativ wenig Geld). Daher muß ich schauen, was diese Ventile so hergeben.

Das Ventilklickern ist jedenfalls beträchtlich lauter, da härtere Sitze...

Allerdings finde ich 85 km/h Dauergeschwindigkeit durchaus respektabel.

Bis 90 zieht meine ganz anständig, ab dann wird's zäh. Selten, dass sie mal 100 läuft...
Seit der Entdeckung der Langsamkeit schiebe ich meine EMW nur noch!

Erwin
Schrauber
Schrauber
Beiträge: 156
Registriert: 18. September 2006, 20:46

Kennt jemand die Ursache?

Beitrag von Erwin » 29. Juli 2008, 19:55

Habe meine immer brav mit Bleiersatz gefahren, einen Kopf sogar trotz Umrüstung auf "Bleifreisitze". Eigentlich müssten sowohl die Schmierung als auch die Kühlung dank des geschlossenen Ventiltriebs vorbildlich sein, aber immer mal wieder passiert es....!
Spitze 100 geht meine auch nur "Sonntags bei Ostwind und 61,5 Prozent Luftfeuchtigkeit", aber 95 km/h sind eigentlich immer drin.
Ich verwende (nicht zuletzt aufgrund der schlechten Erfahrungen) auch grundsätzlich bei Motorenüberholungen neue Ventile. Genützt hat es nix............!
Vergasereinstellungen, Zündung, Ventilspiel, ...., alles top.

Wer weiß Rat?

Benutzeravatar
Stefan1957
Aktivist
Aktivist
Beiträge: 837
Registriert: 12. Oktober 2005, 09:07
Wohnort: Oberstenfeld

Beitrag von Stefan1957 » 29. Juli 2008, 20:00

Hallo Erwin,
was heißt "Neue Ventile"? Vielleicht stammen die von irgendeinem Stationär Motor. An der BMW R45 war das ebenso eine Krankheit. Die wurde aber immer mit hohen Drehzahlen betrieben. Gibts keine passenden aus einer Japanischen Drehorgel?
Wer weiß was?
es grüßt mit öligen Fingern, Stefan aus dem Bottwartal

Benutzeravatar
emw-ute
Aktivist
Aktivist
Beiträge: 945
Registriert: 14. August 2005, 18:08
Wohnort: Nähe Aschaffenburg

Re: Kennt jemand die Ursache?

Beitrag von emw-ute » 29. Juli 2008, 22:07

Erwin hat geschrieben: Ich verwende (nicht zuletzt aufgrund der schlechten Erfahrungen) auch grundsätzlich bei Motorenüberholungen neue Ventile. Genützt hat es nix............!
Vergasereinstellungen, Zündung, Ventilspiel, ...., alles top.

Wer weiß Rat?
Tja, Erwin, das Thema wurde ja nun schön öfter im Forum behandelt und die Auguren haben sich hierzu erklärt.

Ich muss Dir jedoch 100%ig recht geben: eine Musterlösung habe ich noch nicht lesen können.
Zum Vergleich: in Ute's EMW arbeiten seit dem Kauf über nunmehr mehr als 15.000 km nur gebrauchte Köpfe mit "alten" Bauteilen.

Bisher ist, Gott-sei-Dank, noch nie ein Ventil abgerissen, was sich sicherlich nicht verallgemeinern lässt.

Unser Mopped wird teilweise sehr zügig bewegt, nämlich wenn Ute mit der EMW und ich mit der R50 fahren. Es wird aber auch "altersgemäß" meist schonend bewegt.

Der Knackpunkt scheint mir in 2 Aspekten zu liegen:

a) die Qualität der Teile (Nachbau und auch Original) ist schwankend, aber dem Teil leider nicht anzusehen. Hier wäre es günstig, ein zufällig passendes "Vergleichsteil" (siehe Liste hier im Forum) zu wissen, das aus aktueller Massenfertigung stammt und nicht in Hinterhofwerkstätten für Oldtimerbesitzer gepfriemelt wird.

b) die EMW wird zwar ab Werk als "vollgasfest" beschrieben, ich habe aber meine Zweifel, ob dies heutigen Autobahnverhältnissen und Straßenzustandsverhältnissen gerecht würde, u n d ob dies bei Material, das 50 Jahre alt ist, noch uneingeschränkt weiter gilt.

Will sagen: wir fahren einen "Oldtimer".

k.
2 Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir allerdings noch nicht sicher (Einstein).

Es gruessen emw-ute & klaus & die 55er emw.

Erwin
Schrauber
Schrauber
Beiträge: 156
Registriert: 18. September 2006, 20:46

Ventilqualität

Beitrag von Erwin » 30. Juli 2008, 19:37

Hatte früher immer die Ventile von der bekannte Fa. ?&? drin. Nach einem Hinweis habe ich im letzten Jahr (nach dem dritten Abriss...) auf Ventile vom M. Jokisch umgerüstet. Hoffe mal, dass die länger halten :|

Takin Treiber
Aktivist
Aktivist
Beiträge: 423
Registriert: 7. Januar 2003, 21:52
Wohnort: Berlin

Beitrag von Takin Treiber » 12. August 2008, 14:28

@ erwin und stefan
seid ihr sicher, daß ihr wirklich auslaßventile eingebaut habt? den nachbauten kann man da nicht immer so vertrauen!

bei der 35 sind ja einlaß- und auslaßventil geometrisch identisch, sodaß sich die eisenacher damals den luxus erlaubt haben, auch in den einlaß auslaßventile zu verbauen. da kann es heutzutage natürlich schonmal zu verwechslungen oder vorsätzlichem beschiß kommen....
depressiver junkie

Benutzeravatar
Andrebiker
Dr. mot.
Dr. mot.
Beiträge: 1076
Registriert: 23. April 2003, 11:53
Wohnort: Kgr. Sachsen

Beitrag von Andrebiker » 12. August 2008, 14:43

Eigentlich sind sie nicht ganz identisch; die Einlaßventile (VSt) weisen einen größeren Radius am Übergang vom Schaft zum Teller auf als die Auslaßventile (CrSiSt) - die Strömung sollte wohl nicht behindert erden. Davon abgesehen kann man sie natürlich auch vertauscht einbauen, wenn man trieft.
Allerdings habe ich auch schon Köpfe auseinander genommen, bei denen identische Ventile ohne Bezeichnungen verbaut waren.
Ich glaube aber nicht, daß aufgrund vom Material die Ventile abreißen; da sollte eher die Dichtfläche verzundern. Ich glaube eher, daß das Ventil entweder leicht schräg auf dem Sitz aufschlägt und der Schaft so jedesmal eine Winzigkeit verbogen wird und dadurch reißt, oder daß einfach die Dauerdrehzahlen zu hoch sind.
Gruß, André
Unsere Motorräder laufen nun schon 60 Jahre, trotz so angeblich untragbarer Dinge wie Kontaktzündung und mechanischer Regler. Oder vielleicht gerade deshalb?

PS: Ich danke allen, die zur Sache nichts zu sagen hatten und trotzdem geschwiegen haben.

dedde
Aktivist
Aktivist
Beiträge: 223
Registriert: 11. Januar 2008, 02:26
Wohnort: Worpswede

Re: Abgerissenes Ventil°

Beitrag von dedde » 19. Januar 2011, 10:57

Hallo Kollegen,
ich möchte das hier jetzt mal fortsetzten, weil mir sicher beim ersten Wiederanwerfen des Motors für eine "Kupplungsprobefahrt" irgendetwas ähnliches passiert wäre - WAS da genau passiert wäre, weiss ich allerdings in meinem Fall nicht so recht,
günstigstenfalls wäre sie vielleicht nur nicht angesprungen.
Zur Erneuerung der Tachowelle haben wir den Tank abgenommen und ... "da kann man ja gleich mal nach den Ventilen schauen."
Der Schwinghebel der Auslassseite war FEST, er ließ sich nur mit samt der Buchse ausbauen. Auch die Welle von der der Buchse zu trennen, war eine Gewalttat. Die Welle war einseitig, da wo das Öl eintritt, schwarzverkrustet/festgewachsen.
Obwohl der Deckel und der ganze Raum deutlich ölig sind, wird an die Welle ganz sicher kein Öl mehr gelangt sein.

Die EMW steht seit etwa zweieinhalb Monaten, sie ist bis zuletzt ohne Probleme gelaufen. So schnell wird doch nichts fest!?!

Nun gibt es aber an dem "Block", in dem Buchse eingebaut war, eine Besonderheit/Modifikation. Von der Oberseite her ist ein kleines Gewinde hinein geschnitten und eine Schraube eingesetzt worden, die augenscheinlich - kaum zu glauben - die Buchse halten sollte!?!?! Ist diese feste Welle evt. ein altes Problem, das mittels Festsetzens der Buchse behoben werden sollte? (=> ... dem Klügeren also zu zeigen, dass er nachgeben soll.)
Genügt es hier, die Ölzuleitung zu reinigen, oder wird evt. die Auslassseite zu heiß, und die Einlasseite etwa nicht??? Puhhhh...
Was meint ihr?
Grüße Ute

Nachtrag - Das war jetzt die "falsche" Fragestellung. Nachdem der Kopf zerlegt ist, spricht fast alles für eine Überholung: Ventilspiel, Buchsen der Kipphebelwellen und nicht zuletzt die Kilometerleistung ... die Sitze scheinen noch i.O. zu sein.
Gut dass es gerade wieder kalt wird, Grüße Ute

Benutzeravatar
emw-ute
Aktivist
Aktivist
Beiträge: 945
Registriert: 14. August 2005, 18:08
Wohnort: Nähe Aschaffenburg

Re: Abgerissenes Ventil°

Beitrag von emw-ute » 21. Januar 2011, 11:39

Hallo Ute,

das ist doch gar nicht schwierig:
Jede Kipphebelwelle muss sich frei und leichtgängig in der Buchse bewegen. Tut sie dies nicht, ist Ersetzen / Aufreiben angesagt. Das Laufspiel ist irgendwo angegeben (hab's grad nicht im Kopf), wahrscheinlich in der Instandsetzungsanleitung (ich schätze mal: 0,05 mm als "Höchstmaß").
Oftmals haben die Kipphebelwellen "gefressen", entweder weil die Ölzufuhr versiegte oder weil die Buchsen zu eng gerieben waren.

Die Bastelei mit der Schraube: Gehört natürlich, wie Du bereits geschrieben hast, nicht dorthin. Da sie dort ist, besteht die Gefahr, dass die Buchse sich früher schon im Zylinderkopf mitgedreht hat, was bei Ersetzen derselben (Übermaß erforderlich !) bedacht werden müsste. Da Eure Maschine gelaufen ist, kann es natürlich sein, dass die Schraube ihrer angedachten Funktion nicht gerecht wurde und die Buchse sich weiterhin fröhlich im Gehäuse drehte.

So, und nun kommen wir zu einem ganz wesentlichen Punkt hinsichtlich der Ölversorgung:
Neben verschmutzten Ölkanälen spielt natürlich auch der Öldruck eine Rolle.
Wie Ihr wisst, lässt sich die Ölpumpe einstellen. Diese Einstellung stimmt oftmals nicht (mehr), weil die Feder erlahmt ist. Dann kommt per se an kritischen Stellen zu wenig an, auch wenn der Schutzdeckel des Zylinderkopfs ölvernebelt sein mag. Gleiches tritt natürlich ein, wenn unterwegs Öldruck verloren geht, also z.B. am vorderen Nockenwellenlager auf Grund dort zu hohen Laufspiels.

k.

dedde
Aktivist
Aktivist
Beiträge: 223
Registriert: 11. Januar 2008, 02:26
Wohnort: Worpswede

Re: Abgerissenes Ventil°

Beitrag von dedde » 21. Januar 2011, 21:44

Hallo Klaus,
ich habe mir gerade mal von Volker erklären lassen, wie das mit dem Aufreiben funktioniert. Weil wir so eine Reibahle nicht haben, gab es für mich auch keine Veranlassung, ihn danach zu fragen.
Ich habe mich allerdings schon gewundert, wie man Buchsen mit Gartenschlauchdurchmesser, oder kleiner, so bearbeiten kann, dass am Ende z.B. 5/100mm Spiel anliegen.

Dieses "Nichtselbstkönnen" ist aber nur ein Grund, den Zylinderkopf wegzugeben, denn ich hatte völlig vergessen, dass es:
a) mind. zweimal im letzten Sommer für eine kurze Strecke einen vorübergehenden, nicht erklärbaren Leistungsabfall gab, und
b) der Kickstarter beim Antreten manchmal so durchzutreten ist.
Volker hat mich jetzt daran erinnert und vermutet eine mangelnde Kompression. Nach dem Wiederaufbau sind nun 15.000km, (ich: 7.000km) zurückgelegt.
Hinzu kommt, dass es hier im Forum einige Berichte von abgerissenen Ventilen o.ä. gibt. Den Gau möchte ich mir ersparen.

Nach dem Zerlegen des Kopfes zeigten sich sich üppige Ablagerungen im Brennraum, z.T. an den Sitzen und zuviel Spiel bei den Ventilführungen.
Daher werde ich das jetzt alles machen lassen, habe da auch eine gute Gelegenheit ganz in der Nähe.
Die Ölzufuhr/Pumpe werden wir überprüfen, wenn alles wieder läuft. Die Versorgung der Kipphebelbuchsen wird man doch nur durch vorsorgliche Reinigung der Kanäle sichern können, nicht wahr?
Grüße von Ute (und Volker)

struzinger
Beiträge: 3
Registriert: 25. Januar 2011, 20:26

Re: Abgerissenes Ventil°

Beitrag von struzinger » 25. Januar 2011, 20:38

Hallo, da wir bei uns zuhause einen selbstgebauten Traktor mit EMW Motor (läuft jetzt ca. 30 Jahre ohne Probleme) haben kann ich nur allen empfehlen das Ventilspiel auf keinen Fall so niedrig einzustellen wie vorgegeben (0,02mm bei kaltem Motor oder wieviel das sein sollten, hab Betriebsanleitung grad nich hier...) der oben genannte Motor läuft mit 0,2mm Spiel bei kaltem Motor, hatten den Kopf erst vor 3 Wochen runter, Ventilsitze, Ventilschäfte, Ventile und Kipphebelwellen waren top ;)

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 1 Gast