Nockenwelle als Drehschieber

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Nockenwelle als Drehschieber

Beitrag von Gobi » 1. April 2009, 08:01

Gestern Abend ist mir zum ersten mal aufgefallen, daß die Nockenwelle auch als Drehschieber arbeitet :oops: - kann mir mal jemand erklären, wozu das gut sein soll?
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Beitrag von Danny » 1. April 2009, 08:25

Das hängt mit der besseren Gemischaufbereitung zusammen, da gibt es keine Spülverluste.Das Drehmoment ist dadurch auch viel höher.Angeblich hätten die es eingeführt wegen den Ventilspiel das sich während des Betriebes ja immer um einige mm vergrössert. ;-)
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Beitrag von Andrebiker » 1. April 2009, 15:39

He Danny, für April, April bin ich zuständig :mrgreen: .
Gruß, André
Unsere Motorräder laufen nun schon 60 Jahre, trotz so angeblich untragbarer Dinge wie Kontaktzündung und mechanischer Regler. Oder vielleicht gerade deshalb?

PS: Ich danke allen, die zur Sache nichts zu sagen hatten und trotzdem geschwiegen haben.

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Beitrag von Danny » 1. April 2009, 17:03

Wie kommst du auf "april april"?War meine erklärung nich richtig?Ich glaub nich das der Drehschieber was mit der Motorentlüftung zu tun hat,war ja beim trabbi auch nich so ;-)
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Beitrag von Gobi » 1. April 2009, 18:24

:roll: ok, ich hätte nicht gerade heute fragen sollen :roll:
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Beitrag von Danny » 1. April 2009, 20:06

achso ich dachte es wär ein Aprilscherz?! Oder bin ich jetzt Reingefallen?Der Drehschieber ist zur Kurbelgehäuseentlüftung da.
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Beitrag von Gobi » 1. April 2009, 20:52

Nein, war wirklich ernst gemeint!
Entlüften kann das Gehäuse auch ohne Drehschieber! Also was soll der Aufwand?
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Beitrag von Danny » 1. April 2009, 21:10

Die Luft geht vom Luftfilter durch den Ventildeckel,Stößelstangenschutzrohre,Drehschieber und dann hinter den Werkzeugkasten ins freie.Der Drehschieber ist wegen der auftretenden Geräuschentwicklung und den Öldunst.Der Drehschieber ist auch nur bei der Abwärtsbewegung des Kolbens offen.Weiß gar nich wie das bei der AWO etc. gelöst ist?
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Beitrag von Gobi » 1. April 2009, 21:57

moderne Motoren haben meines Wissens sowas garnicht!
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Beitrag von Danny » 1. April 2009, 22:11

Willst du jetzt den EMW/BMW Motor als altmodisch bezeichnen?Der ist modern und hat drehschieber ;-) .Ne mal im ernst die neuen haben das wirklich nicht.Wer weiß mehr darüber?
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Beitrag von jump » 1. April 2009, 22:45

hallo @all,

ich möchte mal versuchen das zu erklären:

bei motoren mit ungerader zylinderanzahl entsteht im kurbelgehäuse ein stark pulsierender überdruck.
um diese erscheinung zu verhindern/minimieren wird z.b. ein drehschieber verwendet. dieser öffnet nur bei der abwärtsbewegung des kolben.
bei der awo ist das übrigens genauso.

im pkw-bereich wird das z.b. beim smart 3-zylinder-turbo-motor anders gemacht. da gibt es spezielle rückschlagventile die je nach betriebszustand (teillast/vollast) in abhängigkeit vom ladedruck öffnen oder schließen.
im teillastbetrieb wird z.b. der saugrohrdruck (unterdruck) genutzt um das kurbelgehäuse zu evakuieren.

gruß jump
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Beitrag von Gobi » 1. April 2009, 23:52

jump hat geschrieben: um diese erscheinung zu verhindern/minimieren wird z.b. ein drehschieber verwendet. dieser öffnet nur bei der abwärtsbewegung des kolben.
Ja - genau in dem Moment entsteht auch nur der Überdruck! :roll: :?:

(ausserdem geht die Bohrung ja durch - d.h. doch sie öffnet bei einer Nockenwellenumdrehung zwei mal)
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Beitrag von SLAGDER » 2. April 2009, 06:21

Wir hatten das Thema ja schon im Zusammenhang mit dem NW-Lager, wenn es im Durchmesser kleiner wird geht der Drehschieber nicht mehr durch. NW und Lager zusammen eindrücken bring dann immer etwas Schweißperlen auf der Stirn.
Ich kenne immer noch keinen plausiblen Grund warum man den Drehschieber im Durchmesser nicht verkleinern kann, da er ja wie gesagt nur für den Druckausgleich sorgt kann doch die Dichtheit zum Gehäuse nicht die Rolle Spielen.

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Beitrag von Tosch » 2. April 2009, 07:44

Danny hat geschrieben:Die Luft geht vom Luftfilter durch den Ventildeckel,Stößelstangenschutzrohre,Drehschieber und dann hinter den Werkzeugkasten ins freie.
Andersrum. Der Überdruck geht aus dem Motorgehäuse durch den Schieber durch das rechte Schutzrohr in den Kopf und von da a) bei der /3 in den Luftfilter bzw. b) bei älteren Motoren über das mittlere Röhrchen wieder nach unten in den Gehäusekanal, der ins freie führt.

AWO hat auch einen Drehschieber an der NW, geht an der Gehäuseunterseite direkt auf die Straße.
Gobi hat geschrieben: (ausserdem geht die Bohrung ja durch - d.h. doch sie öffnet bei einer Nockenwellenumdrehung zwei mal)
Ja, das ist ja auch sinnvoll, da pro Nockenwellenumdrehung die Kurbelwelle zwei Umdrehungen macht und mithin der Kolben zwei mal nach unten geht.

Der Überdruck kommt m.E. nicht nur durch die Abwärtsbewegung, sondern auch durch die nicht 100% dichten Kolbenringe.
SLAGDER hat geschrieben:Ich kenne immer noch keinen plausiblen Grund warum man den Drehschieber im Durchmesser nicht verkleinern kann, da er ja wie gesagt nur für den Druckausgleich sorgt kann doch die Dichtheit zum Gehäuse nicht die Rolle Spielen.
Ich denke mal, je dichter der Entlüfter ist, desto besserer Unterdruck herrscht im Gehäuse, wenn der Kolben wieder hochgeht --> im Idealfall also Außendruck bei Abwärts- und Unterdruck bei Aufwärtsbewegung. Das ist gut für die Öldichtigkeit. Oder, anders gesagt, je mehr Überdruck, desto siff....
Aber für die eigentliche Motorfunktion ist das Ding überflüssig, das ist nur dafür gut, das Öl in der Kiste zu halten.

Gruß
Tosch

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