Kolbengewicht

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awtowelo
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Kolbengewicht

Beitrag von awtowelo » 16. November 2010, 19:06

Hallo
Hier mal kurz meine Erfahrung und Lösung zum Problem mit dem Kolbengewicht.
Auch ich hatte eine zeitlang eine Kolben von der Fa.Fischer in meiner R35 verbaut und gefahren.
Die Kolben laufen nicht schlecht. Motorleistung sehr gut,Geräusche und Ölverbrauch unauffällig.
Nur das Kolbengewicht von 296 gr. incl.Ringe bei 73,35mm erschienen mir doch etwas hoch.
Addiert man den Kobo (60 gr.) mit dazu,dann kommen schon mal beachtliche 356 gr.zusammen.
Im Fahrbetrieb waren Geschwindigkeiten jenseits von 80 Km/h nicht besonders erträglich für Fahrer und Maschine.
In den techn. Daten der BA Ausgabe 1955 ist ein Kolbengewicht von 316 gr. angegeben.
Demnach hatte mein Kolben ein ,,Übergewicht'' von 54 gr.
Ein orig.Kolben nackt mit 72,46mm wiegt 220 gr. / Ringe 36 gr. / Kobo 60 gr.
Macht Sumarum 316 gr.
Alle Werte wurden mit einer dig.Haushaltswaage ermittelt.
Die Lösung des Gewichtsproblems konnte demnach nur mit einer Sonderanfertigung gelöst werden.
Den neuen Kolben habe ich mir aus einem Mahlerohling anfertigen lassen.
Jetzt läuft in meiner R35 ein Kolben mit folgenden Angaben:
Kolben 74,00 mm
Gewicht incl. Ringe Clips und Bolzen 314 gr. "!!!"
Einbauspiel 4/100

Praktische Erfahrungen nach 2600 km Fahrbetrieb:
Vibrationen sind auffallend weniger geworden.Das Fahren macht jetzt richtig Spaß.
Dauergeschwindigkeiten zwischen 90 und 100 Km/h auf der Autobahn sind nun kein Problem mehr.
Kraftstoffverbrauch bei dieser Fahrweise ca.4,5 Liter.
Ölverbrauch nicht nachweisbar,Kerzengesicht aschgrau .

Gruß awtowelo

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Re: Kolbengewicht

Beitrag von awtowelo » 18. November 2010, 17:26

Ja ich weiß,das ist schon etwas ungewöhnlich.Unsere Oldtimerschrauber machen auch immer lange Gesichter.
Aber früher waren die Leute ja auch auf der AB unterwegs gewesen.(und das OHNE Handy ;-)
Natürlich sollte bei solchen Unternehmungen das Motorrad optimal instandgesetzt sein .
Das schließt natürlich aus,Teile zu verbauen nach den Motto ,,ooch das geht doch noch''.
Wer billig kauft , kauft zweimal!

Gruß awtowelo

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Re: Kolbengewicht

Beitrag von Gobi » 19. November 2010, 15:02

awtowelo hat geschrieben: Dauergeschwindigkeiten zwischen 90 und 100 Km/h auf der Autobahn sind nun kein Problem mehr.
Da bin ich langfristig mal gespannt - ich halte die EMW inzwischen nicht mehr für Vollgasfest - anderst kann ich mir zumindest den unglaublichen Verschleiß an meinem Motor (Pleullager) nicht erklären
Wenn du tot bist, dann bist du lange Zeit tot.
Burt Munro

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Re: Kolbengewicht

Beitrag von Erwin » 19. November 2010, 20:22

Hallo Gobi,

dauerneunzig hält meine nun schon ein paar Jahre aus!

Habe allerdings auch einen Kolben mit passendem Gewicht drin.

Ich fahre, nachdem mir auch mehrmals das Pleuelfußlager draufgegangen ist, übrigens nur noch mit 50er Einbereichsöl. Ist ´ne Glaubenfrage, ich weiß, aber ich glaube eben inzwischen daran...


Gruß
Erwin

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Re: Kolbengewicht

Beitrag von awtowelo » 20. November 2010, 12:01

Da bin ich langfristig mal gespannt - ich halte die EMW inzwischen nicht mehr für Vollgasfest - anderst kann ich mir zumindest den unglaublichen Verschleiß an meinem Motor (Pleullager) nicht erklären
Hallo
Das Problem mit dem Pleuellager hatte ich anfangs auch.
Obwohl schon ein Lager in verstärkter Ausführung verbaut wurde.Nach ca. 2500 Km konnte man schon das typische nagelnde Geräusch des Hauptlagers hören :(
Meiner Meinung nach liegt die Ursache darin,das die Welle mit ungefiltertem Öl versorgt wird. Der ganze Abrieb wird immer schön durch den Hubzapfen gepumpt.Da kann das Lager nicht lange halten.(da hilft auch kein unlegiertes Öl)
Mir ist immer noch ein Rätsel,warum der R35 -Moter nicht mit einem Ölfilter ausgestattet wurde.
BMW hatte aber eigenartigerweise z.b. der R12 schon einen Filter (Patrone)verpasst.Auch die R71 hatte zur Ölfilterung schon Schleuderbleche.
Es lag also nichts näher,auch dem R35-Motor einen Ölfilter zu verpassen.
Es gibt ja nun auch schon moderne Filter für den AWO-Motor. Angelehnt an dieser Konstruktion habe ich mir eine ähnliche Variante für den R35-Motor gebaut.Zum Einsatz kommt dabei ein Filter der BMW R 1200.
Das hat aber noch zu Folge,das die etwas bauchige Aluölwanne (wie hier im Forum schon mal angeboten) und ein Zwischenring von 10mm eingebaut werden musste um den benötigten Platz zu bekommen.
Weiterhin musste noch der Vierkant für den Ölpumpenantrieb um 10mm verlängert werden.
Bis jetzt läuft alles problemlos.Zum Einsatz kommt legiertes Öl 20W50 .

Gruß awtowelo

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Re: Kolbengewicht

Beitrag von duesenberg » 20. November 2010, 12:05

Hallo,

das hört sich interessant an. Könntest Du einen Umbaubericht einstellen?

Viele Grüße
Klaus
Zum Anhalten des Rades stelle man das Gas ab und ziehe den Kupplungshebel, wodurch das Rad langsam zum Stehen kommt.

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Re: Kolbengewicht

Beitrag von awtowelo » 20. November 2010, 12:19

Hallo
Werde demnächst versuchen,einige Bilder zu machen.
Gruß awtowelo

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Re: Kolbengewicht

Beitrag von Oldifreak » 22. November 2015, 11:53

[url][Bild

Bild

/url]
Hallo
habe am Freitag meinen gehonten Zylinder mit Kolben von einem
bekannten Motorinstandsetzungsbetrieb aus meiner Nähe wieder bekommen.
Der Kolben trägt die Aufschrift FFT und sieht von innen so aus!
Ist das normal? Trau mich diesen gar nicht zu verbauen!!!!

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Re: Kolbengewicht

Beitrag von Gobi » 22. November 2015, 12:06

sieht doch ok aus, die Frage ist was er wiegt!
Wenn du tot bist, dann bist du lange Zeit tot.
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Re: Kolbengewicht

Beitrag von Oldifreak » 22. November 2015, 12:40

Meine Frage wäre, warum ist dieser eingeschnitten in Höhe des Ölabstreifringes?
Man kann durchschauen! Ist das normal bei diesem Kolbenhersteller FFT???

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Re: Kolbengewicht

Beitrag von Stefan1957 » 22. November 2015, 13:54

mein Original Kolben mit Nullmaß hat diese Durchfräsung am Ölabstreifring ebenso.
War wohl damals Stand der Technik für Graugußzylinder.
Aus alten Motorradheften sind mir auch andere Ausführungen mit senkrechtem Schlitz oder eingegossenen Stahl-Blechstreifen in Erinnerung.
es grüßt mit öligen Fingern, Stefan aus dem Bottwartal

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Re: Kolbengewicht

Beitrag von Oldifreak » 22. November 2015, 15:49

Ok, also den kann man zweifelsfrei so Verwenden?

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Re: Kolbengewicht

Beitrag von Schwarzarbeiter » 22. November 2015, 18:08

Hallo Oldifreak,
die durchgehenden Einschnitte hinter dem Ölabstreifring sind eine Möglichkeit, das abgestreifte Öl wieder Richtung Kurbelgehäuse zu befördern. Manche Kolben weisen auch nur eine Reihe von nebeneinander liegenden Bohrungen hinter dem Ölabstreifring auf (z.B. die von M.Jokisch). Insofern ist dies grundsätzlich erst mal unkritisch.
Mir fällt bei Deinem Kolben auf, dass die Durchfräsung nicht komplett erfolgt ist. Es bleiben einige kleine Stege stehen, auf welche eventuelle Verformungskräfte in diesem geschwächten Bereich dann punktuell einwirken. Es sind zwar Verstärkungen in das Kolbenhemd mit eingegossen, aber m.E. sollte ein Einschnitt, wenn er dann schon erfolgt, in Gänze sauber und durchgehend ausgeführt werden.

Welches Maß hat der Kolben und was wiegt der eigentlich komplett?

Gruß Schwarzarbeiter
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Re: Kolbengewicht

Beitrag von Oldifreak » 22. November 2015, 19:01

Das Maß beträgt 73,47mm. Das Gewicht werde ich die Tage ermitteln!

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Re: Kolbengewicht

Beitrag von nafets » 22. November 2015, 19:01

Hallo Oldifreak, liebe Forumsmitglieder,

die Bilder zeigen doch, daß im Bereich der Schlitze so gut wie keine Verbindung mehr besteht zwischen Kolbenboden und Kolbenhemd, mit Ausnahme im Bereich oberhalb der Kolbenbolzen. Für mich wäre das Ausschuss! Die Nut für den Ölabstreifring ist einfach zu tief gefräst, bzw ist es der falsche Rohling mit zu großem Innendurchmesser. Wenn die Schlitze absicht wären, um das Öl hinter dem Abstreifring abzutransportieren, dann wären die gebohrten Löcher überflüssig, ergo die Schlitze sind keine Absicht sondern Fehler!
Ich würd den Kolben nicht verbauen.

Gruß
Stefan

PS: daß der Kolben leicht ist, das glaub ich gern

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