Unterschiedliche Kettenradmarkierung der Nockenwelle! Hilfe°

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Schneider
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Unterschiedliche Kettenradmarkierung der Nockenwelle! Hilfe°

Beitrag von Schneider » 17. November 2003, 18:48

Hallo,

ich habe mir gerade unter der Presse aus zwei mach eins (gutes Kettenrad auf gute Nockenwelle ) eine Nockenwelle zusammenmontiert. Bei genauer Betrachtung stellt sich eine unterschiedliche Pfeilmarkierung der Kettenräder heraus !

Die Paßfedernut in den Nockenwellen ist immer gleich gelegen. Aber die Zahnmarkierung ist unterschiedlich !

Ein Kettenrad zählt vom dem der Paßfedernut am nächsten liegenden Zahn bis zum markierten Zahn 5 Zähne und das andere 6 Zähne (entgegen Uhrzeigerrichtung). Man erkennt auch über die Welle gepeilt die unterschiedlichen Lagen des markierten Zahnes.

Was ist da passiert ? Produktionsfehler ? Wurden die Steuerzeiten einmal um einen Zahn geändert ?

Wer weiß etwas darüber ? Wie soll ich die Kettenräder nun gegeneinander einstellen ? (EMW R35-3).

Wenn keiner etwas weiß, sollte man eine Statistik von der Markierungszahnlage herumliegenden Kettenrädern machen !
(Hallo, Gobi, könntest Du dazu Statistik einrichten ?)

Die Zahnmarkierung der dazugehörigen Kurbelwellenkettenräder ist identisch, 2. Zahnmulde nach der der Paßfedernut am nächsten gelegenen Zahnmulde. Fazit : es gibt zwei verschiedene Steuerzeit-Einstellungen !

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Beitrag von Gobi » 17. November 2003, 19:18

Phu, das ist allerdings erstaunlich..... die Frage ist ja erstmal sind die dazugehörigen Nockenwellen identisch oder auch verschieden?
Ich versuch das morgen mal nach zu sehen, weiß aber garnicht, ob ich noch ein Rad ab habe....
:mrgreen:
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Beitrag von Schneider » 17. November 2003, 19:25

Nockenwellen sind identisch ! (nicht genau vermessen, aber optisch gepeilt).

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Beitrag von Schneider » 17. November 2003, 20:06

Ich hab´s fix überschlagen: Ein Zahn macht knapp 13° bezüglich der Nockenwelle, das bedeutet Steuerzeitänderung knapp 26°bezüglich der Kurbelwelle, kann eigentlich nicht sein ! Sollten die Pfeilmarkierungen nur für gepaarte Kettenräder gültig gewesen sein und grundsätzlich von Paar zu Paar abweichen dürfen ?

Es ist ja möglich, daß die Kurbelwellenstellung bezüglich OT für die Steuerzeiteinstellung nicht vorgeschrieben ist . Somit gibt es bei paarweiser Markierung theoretisch unendlich viele Markierungsmöglichkeiten, bei denen die Steuerzeit trotzdem stimmt.

Andernseits würde parrweise unterschiedliche Markierung zwingend fortlaufende Numerierung der gepaarten Teile erfordern
(wie bei Tellerrad und Triebling), um Verwechslungen der Paarung auszuschließen.

Es bleibt nichts anderes übrig, als nach der auf der Kurbelwelle aufgesetzten und bezüglich OT justierten Gradskala die Steuerzeiten einzustellen.

Sollten etwa oft kursierende Klagen über geringe Motorleistung mit diesem Markierungsdilemma und in Folge falsch eingestellter Steuerzeit zusammenhängen ?

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Beitrag von Andrebiker » 18. November 2003, 10:09

Ich habe, glaube ich, ein KW-Steuerrad, was die Nut auch einen halben Zahn versetzt hat, und zwar in Richtung Früh. Würde Dir das helfen? Falls ich´s noch habe :? .

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Beitrag von Takin Treiber » 18. November 2003, 10:32

habe mal versucht, die kette jeweils ein zahn versetzt aufzusetzen (war damlas jung und grün auf der suche nach dem klappergeräusch zwischen nockenwelle und vorderer anlaufscheibe :roll: ): in einer richtung lief überhaupt nichts mehr, in der anderen war ein sehr deutlich müderer lauf das ergebnis. so deutlich, das sie kaum über 50 kam. sollte also als fehlerquelle ausfallen, -denn das merkt jeder !! ;-)
Zuletzt geändert von Takin Treiber am 18. November 2003, 13:26, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Steffen » 18. November 2003, 10:35

Saperlot, habe ich damals einfach nur zusammengesteckt, ohne mal die Steuerzeiten anzugucken. Dabei braucht man zum Steuerzeiten Messen nur den alten Winkelmesser aus `m Geometrieunterricht...

In der Instandsetzungsanleitung, hier im Forum unter Technische Daten stehen die Steuerzeiten. Allerdings abweichend von meiner Papieranleitung (Fachbuchverlag Leipzig 1955), wo Einlass 61° nach UT schließt, <=> Forum: 6° nach UT. :!: Alle anderen Winkel stimmen überein, schätze, dass das nur ein Tippfehler ist, würde es aber schon gerne genau wissen, Gobi, kannst Du mal eben...?

Schneider (oder wie darf man dich anreden?), steck doch einfach mal die Nockenwelle rein und miss die Winkel an der KW, bei denen die Ventile abheben / aufsetzen (0.3mm Ventilspiel nicht vergessen!) und vergleiche mit den Soll-Werten, siehe oben.

Bin gespannt...
Grüße Steffen

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Beitrag von Daniel Dorn » 18. November 2003, 17:11

Gehts hier ums Einstellen der Steuerzeiten oder nur warum die Markierungen nicht stimmen??????????????

Um die Steuerzeiten einzustellen braucht man nicht wirklich die Markierungen. Wenn man jetzt ladenneue Ritzel von der Nockenwelle und Kurbelwelle drauf macht hat man auch keine Markierungen mehr. War bei mir so aber darum gehts hier bestimmt nicht.
Ich höre das mit den unterschiedlichen Positionen auch das erste mal. Das Einstellen ohne Markierungen ist nicht wirklich schwer!

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Beitrag von Schneider » 18. November 2003, 18:16

Also, ich heiße mit Vornamen Ulf.

Das Einstellen mid Gradskala ist mir schon klar, einfach den Zahn nehmen, welcher den 9 ° v.o.T Einlaß öffnet am nächsten kommt.

Mich erschreckt nur die Tatsache, daß es unterschiedliche Markierungen gibt !

Ich hätte gern gewußt, ob das ein Ausreißer ist, (dann könnte man sich die Einstellarbeit doch erleichtern) und falls ja, welches kettenrad dann falsch markiert ist.

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Beitrag von Gobi » 19. November 2003, 19:00

Steffen hat geschrieben: In der Instandsetzungsanleitung, hier im Forum unter Technische Daten stehen die Steuerzeiten. Allerdings abweichend von meiner Papieranleitung (Fachbuchverlag Leipzig 1955), wo Einlass 61° nach UT schließt, <=> Forum: 6° nach UT. :!: Alle anderen Winkel stimmen überein, schätze, dass das nur ein Tippfehler ist, würde es aber schon gerne genau wissen, Gobi, kannst Du mal eben...?

UH, peinlich- :oops: , es war natürlich ein Tippfehler ..... ist korrigiert.

Bei dem Rad das ich hier liegen habe zähle ich 6 und fast ein halb Zähne... (Zahn über der Nut mitgezählt)(Stempel C60)
Zuletzt geändert von Gobi am 20. November 2003, 13:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Gobi » 20. November 2003, 13:29

Das Ganze ist wirklich sehr erstaunlich!
Wir müssten wirklich mal in Kontakt mit Leuten aus der Produktion kommen.....
Hier noch zwei weitere Räder:
61/2 Zähne (Stempel C60)
6 Zähne (wobei der Zahn nicht genau über der Nut sitzt.....)(Stempel evtl. 40???????)
solche Ungenauigkeiten(?) sind wirklich nicht zu verstehen....... :|
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Beitrag von Paul R 35 » 20. November 2003, 21:47

:oops: , der Tippfehler mit den Steuerzeiten geht sicher auf mein Konto :? . Bei meiner Maschine stimmt die Markierung auch nicht. Die Steuerzeiten stimmen bei mir wen die Markierung am Kurbelwellenritzel zur Nockenwelle zeigt und an dem Nockenwellenritzel auf der gleichen Linie, aber in die andere Richtung. Die eingebaute Teile waren beim Zusammenbau des Motors neu und stammten aus dem Versand von Moskau der seiner Zeit aus der DDR beliefert wurde.

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Beitrag von Andrebiker » 21. November 2003, 06:49

Paul R 35 hat geschrieben::Bei meiner Maschine stimmt die Markierung auch nicht. Die Steuerzeiten stimmen bei mir wen die Markierung am Kurbelwellenritzel zur Nockenwelle zeigt und an dem Nockenwellenritzel auf der gleichen Linie, aber in die andere Richtung.
Hmmm.... Aber wenn Du nun die KW eine Umdrehung weiterleierst, stehen sich doch die Markierungen wieder gegenüber... ;-)

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Beitrag von Schneider » 21. November 2003, 09:33

Also, um die Sache mal rechnerisch richtigzustellen, muß man an der Kurbelwelle anfangen. Mein Kurbelwellenschleifer sagt dazu folgendes aus:
Die Paßfedernut auf dem Kurbelwellenzapfen steht immer genau auf OT, also genau Richtung Pleulzapfen. Diese Einstellung ist ab Werk verbohrt und eigentlich nicht veränderbar.

Jetzt bräuchte man noch die genau definierte Lage der Paßfedernut auf der Nockenwelle und auf den Rädern bezüglich Zahntal oder Zahnspitze sowie die Gehäusewinkel der Wellenlagerbohrungen. Dann könnte man sich die notwendigen Markierungslagen ausrechnen.

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Beitrag von Thurisaz » 3. Dezember 2003, 20:45

Klingt ja interessant..... :roll:

Ich könnte mir durchaus vorstellen,daß die Zahnräder pi mal Daumen genutet wurden,dann das Eine auf die Nockenwelle gepresst(ist dieses auch genutet?),
das Ganze dann paarweise in eine Art Lehre gesteckt und erst dann markiert wurde :?:
Somit ist jede Markierung wertlos,wenn das Zahnrad auf eine andere Nockenwelle kommt :idea:

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