Motor: Kurbelwelle, Nockenwelle, Zündung

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mopedbastler_123
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Motor: Kurbelwelle, Nockenwelle, Zündung

Beitrag von mopedbastler_123 » 8. April 2009, 18:57

Moin Leute,

ich habe mich vor einer Weile bei diesem Forum angemeldet, mich belesen und Probleme und deren Lösung, Tipps und Tricks in mich einwirken zu lassen. Ich möchte mich jetzt erstmal vorstellen.
Ich habe mich bis jetzt bloß mit der Simson Szene befasst speziell SR2. Neuaufbau, Lackierung, Linierung, E-Anlage, Motor überholen usw... Alles in Eigenleistung und alles in meiner kleinen Werkstatt. Jetzt habe ich mir einen lang gehegten Wunsch erfüllt und mir eine R35/3 zugelegt. Ein ziemlich hoffnungsloser Fall in 7 großen Kisten. (bin weit gefahren). Eine restaurierte ist nicht bezahlbar und die wollte ich auch nicht. Ich habe das in der Vergangenheit so gehalten, je hoffnungsloser der Patient desto günstiger in der Anschaffung und am Ende weiß man was man hat!

Na gut ich wurde schon eines Besseren belehrt, EMW Teile sind SCHWEINE TEUER!!!

Nun zu meinem Problem:
Mein Plan ist folgender, erstmal alles zusammen bauen um zu gucken ob noch irgendwelche Kleinteile fehlen. Den Motor überholen, ein Paar Runden drehen dann alles wieder zerlegen und die Restauration kann beginnen. Ich weiß hier gehen die Meinungen auseinnander im Punkto Restaurieren und Urzustand belassen. Aber mein Urzustand ist zu schlecht. (Mehrfarbig usw...)
Jetzt aber zum Problem und ich will auch nicht zu weit ausholen:
Ich habe mir als erstes den Motor vorgenommen:
-Kurbelwelle neu gelagert (Kurbelwelle war noch gut, Pleullager ist neu)
-Nockenwelle ist neu gelagert
-Ventile erneuert
-Ventilführungen erneuert (Ventilsitze waren noch gut)
-Steuerkette neu
-Kolben und Zylinder waren noch gut
-Alle Dichtungen und Wellendichtringe neu
-Alles ist wieder laut technischen Unterlagen neu zusammen gebaut
-Kupplung+Schwungscheibe dran
-Getriebe dran
-Zündung dran
Dann hab ich das ganze mit einer Zündspule versehen. Externe Spannungsquelle vergaser befüllt. Zündung voll auf Spät gestellt und nun kräftig reingetreten und siehe da nichts passiert. Nochmal alles überprüft Zündung etwas nachgestellt und wieder neu reingetreten. Ich weiß nicht was schwieriger war, das 50 mal Durchtreten oder das Ding auf der Palette festzuhalten. Plötzlich sprang er dann doch irgendwann an. Mit etwas mehr Gas und verdrehender Zünddose habe ich ihn dann am Leben gehalten.
Der Motor wurde im Bereich: Auslassventil, am Zylinderkopf recht schnell richtig heiß. Mir ist klar da stimmt was nicht. Also habe ich den Räderkasten nochmal geöffnet nochmal geöffnet und kontrolliert. Obwohl die Pfeile auf einander zeigen, habe ich die Kette um einen Zahn versetzt. Und siehe da der Motor springt jetzt besser an und läuft sogar im Standgas. Ich habe auch die Zündung mal früher und mal später eingestellt. (12mm vor OT ist mir bekannt)
Bei höheren Drehzahlen ist zeitweise ein Patschen aus dem Auspuff zu hören. Was mir aber richtig Angst macht: der Zylinderkopf wird schnell sehr heiß obwohl der Rest vom Motor nahezu kalt bleibt. Jetzt meine Frage: Habe ich was wichtiges übersehen? bzw. ist die schnell erreichte Betriebstemperatur am Kopf normal bzw. wieviel Grad sind normal? Ich schätze mal der Kopf hatte nach 3min. im Standgas eine Temperatur so das es beim raufspucken kräftig zischte.
Achso zu Schluss noch:
Das Vetilspiel haut hin und das Öl sprudelt aus beiden Ölrörchen und läuft an den Stößlen zurück.
Übrigens noch zum Schluss: ein mörder Sound!!!!

Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

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Danny
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Beitrag von Danny » 8. April 2009, 19:08

Überprüf mal die Steuerzeiten mit einer Gradscheibe das ist meistens der Grund.
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mopedbastler_123
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Beitrag von mopedbastler_123 » 8. April 2009, 19:25

hallo Danny,

das mit der gradeiteilung kenne ich nur eingeschlagen auf der schwungmasse an anderen motoren. da ich keine gradscheibbe
habe , geht auch alternativ was anderes??
bitte erkläre das mal einem zweitakterschrauber genauer .

mfg

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Danny
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Beitrag von Danny » 8. April 2009, 19:46

Eine Gradscheibe kannst du dir runterladen musst mal googlen, die wird auf ne CD geklebt und am Kurbellwellenstumpf befestigt und dann machst dir so eine Art Zeiger aus Draht den du am Motor festmachst und der auf die Gragscheibe zeigt.Dann stellst du den Kolben auf OT und den Zeiger biegst du dir so zurecht das er auf OT an der Gradscheibe zeigt(zur Not gradscheibe hindrehen das es passt).Dann drehst du den Motor durch und schaust wenn sich die Ventile öffnen und schliessen und vergleichst ob die Winkelgrade mit den Vorgegebenen überein stimmen.
Einstellzeiten für Steuerung bei 0,3mm Ventilspiel:
Einlaß öffnet 9grad vor OT
Einlaß schließt 61grad nach OT
Auslaß öffnet 49grad vor OT
Auslaß schließt 21grad nach OT
Ich hoffe konnt dir weiterhelfen falls du fragen hast einfach raus damit.
Tip:trage dir die Steuerzeiten auf der Gradscheibe ein.
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Beitrag von EMW-Junkie » 8. April 2009, 19:48

Eigentlich kann man die Zündung mit falscher Steuerzeiteinstellung
überhaupt nicht mehr richtig einstellen.

Da reicht dann nämlich die Verstellmöglichkeit der Dose nicht aus.

Ansonsten hängt die Wärmeverteilung im Motor natürlich auch mit
dem funktionierenden Ölkreislauf zusammen. Wenn Du das Mopped
länger im Stand laufen läßt, brauchst Du einen Elektrolüfter!
BildOldis fahren und daran schrauben macht süchtig!Bild

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Beitrag von mopedbastler_123 » 9. April 2009, 15:09

Hallo Danny

die gradscheibe habe ich.aber gibt es diese gradangaben auch für den zündzeitpunkt?dann kann mann die sache perfekt einstellen.
nochmal danke!!!

mfg Jens

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Beitrag von Tosch » 9. April 2009, 15:25

mopedbastler_123 hat geschrieben:aber gibt es diese gradangaben auch für den zündzeitpunkt?
12mm = 40° vor OT.

Gruß
Tosch

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Beitrag von Gobi » 9. April 2009, 15:42

Mit den Pfeilen auf den Steuerrädern ist es ein großer Schlamassel - die wurden mindestens ein mal geändert, ich meine sogar öfter - deshalb kann das leicht nicht stimmen. Also nicht drauf verlassen und lieber so betrachten:

Bild

http://www.emw-r35.de/anl/steuerkette_z ... punkt.html


Wenn der Motor nicht anspringt, kann das natürlich auch noch eine Menge mehr Gründe haben - im Ganzen ist er aber relativ leicht zu starten (man muss ihn ein bisschen kennenlernen :roll: )

... und schweine teuer ist relativ... wenn Du mal schaust, was man für andere Motorräder aus der Zeit bezahlt... ub man sich (auch finanziell) einen Gefallen tut, wenn man Einzelteile kauft, ist die Frage oder eher eine Frage des Glücks - mich hat es jedenfalls einigen Ärger gekostet...
Zuletzt geändert von Gobi am 9. April 2009, 17:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Killerniete » 9. April 2009, 16:38

Kleine Anmerkung zu dem Bild
bestimmt auch schon Öfter geschrieben.
So wie dargestellt - Ventilüberschneidung- dies ist nicht der OT wo´s zündet. Also nicht durcheinanderkommen.
Zündung erst eine KW- Umdrehung weiter bzw. um korrekt zu sein 340° - da 40° vor OT.
Zum anderen - Ich hab meine auch aus mehreren Kisten Teilen zusammengebaut - da ist sicher nicht alles Baujahrsgemäß aber was soll´s.
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten.

Grüße aus dem Reservat
"Muskauer Heide"

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Beitrag von mopedbastler_123 » 9. April 2009, 17:25

Danke Leute!!!

jetzt erst mal rüber in die werkstatt,es wird eingestellt.
ich melde mich dann später nochmal.

mfg Jens

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Beitrag von Paul R 35 » 9. April 2009, 19:14

Gobi hat geschrieben:Mit den Pfeilen auf den Steuerrädern ist es ein großer Schlamassel...
Da kann ich zustimmen, bei mir zeigt der Pfeil am KW Riztel zum Nockewellenritzel, und der Pfeil auf dem Nockenwellenritzel zeigt in die selbe Richtung, also nicht zum KW Ritzel :!: :!: :!:

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Beitrag von Gobi » 9. April 2009, 20:39

:shock: oh, das ist allerdings extrem!!
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Beitrag von standgas » 9. April 2009, 22:08

:danke: :D
Zuletzt geändert von standgas am 17. Februar 2019, 10:30, insgesamt 1-mal geändert.
alles war gut

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Beitrag von mopedbastler_123 » 12. April 2009, 10:24

Hallo Leute,
also mit der gradscheibe passt die sache.
der motor läuft ruhig im stand und reagiert im lauf auf verdrehen der zünddose(auf spät mehr standgas und auf früh ist er kurz vorm ausgehen).
der motor hängt auch gut am gas,das mit der temp. am ZK im bereich auslass ist aber unverändert.ist doch normal so???
beim ruckartigem gas geben ist ab und zu ein patschen im auspuff zuhören.ich kann mir aber vorstellen,nach dem einbau des motors
könnte sich das geben.die gas annahme wird beim fahren nicht so
reagieren wie im betrieb ohne gang und hinterrad.
was meint ihr???

mfg Jens

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Beitrag von mopedbastler_123 » 15. April 2009, 09:31

Moin moin,

also ich hab ihn ja nun zum Laufen gebracht.
Ich hab ihn auch gefilmt und das Video bei YouTube reingestellt.

http://www.youtube.com/watch?v=OxnyDuyN9jM

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